Studien

Björn Hacker (2018): Deutschlands europapolitische Reformoptionen. Instrumente für eine progressive EU-Wirtschafts- und Sozialpolitik, Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2018 ➔ PDF

Pat Mooney (2018): Blocking the Chain. Konzernmacht und Big-Data-Plattformen im globalen Ernährungssystem, Berlin und Val David, Oktober 2018 ➔ PDF
Smart Farming, Drohnen, per Satellit gesteuerte Traktoren, die Nutzung von Klima- und Wetterdaten durch Big Data oder die Anwendung von synthetischer Biologie: Ist die Digitalisierung von Landwirtschaft und Ernährung tatsächlich das neue Wundermittel, um Hungerkrisen zu beenden, den Verlust an Biodiversität zu stoppen oder den Klimawandel aufzuhalten? In der Studie „Breaking the Chain – Konzernmacht und Big-Data-Plattformen im globalen Ernährungssystem“ setzt sich Pat Mooney, Träger des Alternativen Nobelpreises, kritisch mit der Digitalisierung in der Landwirtschaft auseinander. Er analysiert, wer die zentralen Akteure im Digitalisierungsgeschäft sind und beleuchtet die Bedeutung der Digitalisierung für kleinbäuerliche Erzeuger und Arbeiter in Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie weltweit. Neue Technologien versprechen Effizienzsteigerungen und Nachhaltigkeit bei der Erzeugung. Dabei geht es im Kern um das massenhafte Sammeln und Auswerten von sämtlichen Hof-, Anbau- und Verbraucherdaten. Agrarkonzerne wie Bayer und Deere, aber auch Internetkonzerne wie Amazon und Google sind längst dabei, sich die Hoheit über die Digitalisierung der Landwirtschaft anzueignen. Durch Fusionsprozesse konsolidieren sie ihre Dominanz nicht nur in einem Sektor, sondern vertikal entlang mehrerer Schnittstellen der Lebensmittelkette. Ihre Bemühungen werden durch politische Entscheidungsträger in Deutschland und anderswo unterstützt, die vor allem die Vorteile der Digitalisierung betonen und Investitionshemmnisse aus dem Weg räumen wollen. Mooney zeigt die problematischen Auswirkungen dieser Tendenzen ebenso wie die Grenzen der Digitalisierung auf und diskutiert, inwieweit die Digitalisierung für den Umbau hin zu einer sozial-ökologisch gerechten Landwirtschaft genutzt werden könnte.

Felix Syrovatka, Etienne Schneider und Thomas Sablowski (2018): Zwischen stiller Revolution und Zerfall. Der Kapitalismus in der Europäischen Union nach zehn Jahren Krise. Analysen Nr. 49, Berlin: Rosa-Luxemburg-Stiftung, 2018 ➔ PDF
„Nach zehn Jahren Krise stellt sich die Frage, welche Auswirkungen sich aus dem bisherigen Krisenmanagement der EU ergeben. Obwohl die ungleiche Entwicklung in der EU nicht in erster Linie ein Resultat zu hoher und zu niedriger Löhne ist, zeigt sich zunächst, dass das Lohnverhältnis als zentraler Ansatzpunkt der europäischen Krisenbearbeitung stärker europäisiert wurde. Es ist unter neoliberal-autoritärem Vorzeichen zu einer deutlichen Verlagerung von arbeitsmarkt- und lohnpolitischen Kompetenzen auf die europäische Ebene gekommen. Wir vertreten die These, dass die Eurokrise durch die autoritäre Bearbeitung vor allem auf Kosten der Lohnabhängigen in Südeuropa zwar vorläufig überwunden wurde, die ihr zugrunde liegenden Ursachen durch die einseitige Konzentration auf die Lohnentwicklung jedoch nicht beseitigt wurden: Die Divergenzen zwischen den Mitgliedstaaten der EU sind nicht verschwunden, sondern teilweise sogar noch größer geworden. Die grundlegenden Widersprüche der europäischen Integration und vor allem der Wirtschafts- und Währungsunion bleiben bestehen und brechen nun an anderen Stellen auf – aktuell insbesondere in Italien und in der sich abzeichnenden Krise der neomerkantilistischen Exportstrategie Deutschlands. Insgesamt ist die Krisenbearbeitung durch eine widersprüchliche Entwicklung gekennzeichnet: Während die Krise einerseits zu einer Vertiefung der Integration im Bereich der Regulation des Lohnverhältnisses geführt hat, verschärfte sich andererseits die ungleiche Entwicklung der EU-Staaten, womit eine Tendenz der Desintegration verbunden ist. Obwohl sich beide Entwicklungstendenzen nicht unabhängig voneinander entfalten, stellen wir sie zunächst gesondert dar, um dann in der Schlussfolgerung eine Gesamteinschätzung dieser Entwicklungen vorzunehmen.“

Karen Harris, Austin Kimson Andrew Schwedel (2018): Labor 2030: The Collision of Demographics, Automation and Inequality. The business environment of the 2020s will be more volatile and economic swings more extreme, Bain & Company, 2018 ➔ PDF
„Schon heute stellen Demografie, Automatisierung und soziale Ungleichheit weltweit eine enorme Herausforderung für Unternehmen und Investoren dar. Doch im Laufe der nächsten zehn Jahre werden diese drei Faktoren ein globales wirtschaftliches Klima schaffen, in dem die Extreme immer stärker werden. So ist mit einem anhaltenden Investitionsboom zu rechnen. Allein in den USA dürfte eine wahre Investitionsflut im Bereich Automatisierung einsetzen, das weitere Investitionsvolumen auf bis zu acht Billionen US-Dollar anheben. Bis Ende der 2020er-Jahre könnte die Automatisierung weltweit einen Abbau von 20 bis 25 Prozent der derzeitigen Arbeitsplätze bewirken. Dabei wären Mitarbeiter mit mittlerem und unterem Einkommen besonders betroffen. Spätestens Anfang der 2030er-Jahre dürfte der Investitionsboom jedoch nachlassen, sodass in der Folge das Weltwirtschaftswachstum insgesamt zurückgehen wird. Schließlich könnten Regierungen angesichts von wirtschaftlichen Schieflagen und wachstumshemmender sozialer Ungleichheit verstärkt Einfluss auf das Marktgeschehen im eigenen Land nehmen.“ (Quelle: Die Arbeitswelt im Jahr 2030: Die Weltwirtschaft steht vor enormen Veränderungen, 12. Juli 2018)

João Soares (2018): Slow Slide? Europe’s Largest Banks Face Eroding Financial Positions. Investors may be overly optimistic about banks with relatively weak balance sheets, Amsterdam et al.: Bain & Company, 2018 ➔ PDF

Germán Gutiérrez, Thomas Philippon (2018): How EU Markets became more competitive than US Markets: A Study of institutional Drift, New York, June 2018 ➔ PDF

Katharina Dengler, Britta Matthes und Gabriele Wydra-Somaggio (2018): Digitalisierung in den Bundesländern: Regionale Branchen- und Berufsstrukturen prägen die Substituierbarkeitspotenziale. IAB-Kurzbericht Nr. 22/2018, Nürnberg 2018 ➔ PDF
„Mit dem fortschreitenden technologischen Wandel können immer mehr berufliche Tätigkeiten von Computern oder computergesteuerten Maschinen erledigt werden. Zwischen 2013 und 2016 haben sich diese sogenannten Substituierbarkeitspotenziale in fast allen Berufen erhöht. Ebenso ist der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gestiegen, die in einem Beruf mit hohem Substituierbarkeitspotenzial arbeiten. Die Autorinnen zeigen, wie sich diese Potenziale in den deutschen Bundesländern entwickelt haben und wie das mit den regionalen Branchen- und Berufsstrukturen zusammenhängt.“

Johannes Becker and Joachim Englisch (2018): Taxing Where Value is Created: What’s “User Involvement“ Got to Do With It?, October 1, 2018 ➔ PDF
Acccording to the OECD and the EU Commission, profits should be taxed „where value is created”. A commonly accepted definition of the term “value creation” is so far lacking, though. In this paper, we offer a pragmatic and contextualised analysis of the new “value creation” paradigm and examine its implications for international tax policy in the era of digitalisation. A special focus is put on the role of users (especially of online platforms) that are said to contribute to value creation e.g. by forming valuable networks, by providing data or by posting online content. We critically discuss the argument that, due to user involvement in a firm’s value creation, the location of user groups and networks should give rise to taxation rights. We conclude that a better option is to recalibrate the international tax system based on the concept of sustained user relationships (“SURE”) that aligns itself with the rationale of a consistently defined notion of “value creation”.

Eurofound (2018): Employment and working conditions of selected types of platform work, Luxembourg: Publications Office of the European Union, 2018 ➔ PDF
Platform work, understood as the matching of the supply of and demand for paid work through an online platform, is still relatively small in scale but is developing rapidly in the EU and becoming increasingly important for the digital economy. This new report identifies 10 common types of platform work, which cover most platform workers in the EU. It highlights the diverse nature of platform work as one of the main reasons that it has been so challenging to define and regulate, and identifies some actions that can be taken to not just harness the potential of platform work for economic development, but also to ensure that it develops in a way that respects workers‘ rights and is fair and sustainable for business.

Jürgen Dispan und Martin Schwarz-Kocher (2018): Digitalisierung im Maschinenbau. Entwicklungstrends, Herausforderungen, Beschäftigungswirkungen, Gestaltungsfelder im Maschinen- und Anlagenbau. Working Paper Forschungsförderung Nr. 94, Düsseldorf: Hans-Bökcler-Stiftung, September 2018 ➔ PDF
Als Kern der deutschen Investitionsgüterindustrie ist der Maschinenbau volkswirtschaftlich und beschäftigungspolitisch überaus bedeutend. Mit weit mehr als einer Million Beschäftigten in mehr als 6.200 Unternehmen ist die Branche die industrielle Säule Deutschlands. Digitalisierung und Industrie 4.0 sind für den Maschinen- und Anlagenbau sowohl in der Perspektive des Anbieters von digitalisierten Produkten und Services als auch des Anwenders bei den internen Prozessen hoch relevant. Die Studie befasst sich mit den Digitalisierungsstrategien der Maschinenbauunternehmen ebenso wie mit dem Stand der Digitalisierung bei den Prozessen, Produkten und Geschäftsmodellen. Zudem werden arbeits- und beschäftigungspolitische Herausforderungen in der Branche aus Sicht von Mitbestimmungsakteuren beschrieben.

Laurie Macfarlane (ed.) (2018): New Thinking for the British Economy, London: openDemocracy, 2018 ➔ PDF

Moritz Kuhn, Moritz Schularick and Ulrike I. Steins (2018): Income and Wealth Inequality in America, 1949-2016. Institute Working Paper 9. Minneapolis: Opportunity and Inclusive Growth Institute, Federal Reserve Bank of Minneapolis, Research Division, June 2018 ➔ PDF

Thiago Rodrigues (2018): Symbiotische Verbindungen. Zur Verflechtung von Drogenhandel, legaler Wirtschaft und Staatsmacht in Brasilien, Berlin/St. Augustin: Konrad-Adenauer-Stiftung, 2018 ➔ PDF
Wo die Trennlinie zwischen illegalem Drogenhandel auf der einen und der Sphäre des Staates auf der andere Seite verläuft, ist in Brasilien weniger eindeutig, als man annehmen könnte. Vielmehr lässt sich, basierend auf historischen Entwicklungen, eine beträchtliche Anzahl an gesellschaftspolitisch tief verwurzelten, ja geradezu symbiotischen Beziehungen zwischen beiden Sphären nachweisen. Ein Blick auf vier Aspekte dieser Beziehung zeigt auf, wie beide Seiten von diesem Arrangement profitieren.

C. Weber, B. Thomson und F. Pundt (2018): Die Notwendigkeit von Führung in einer digitalisierten Arbeitswelt – eine Netnografie, Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, September 2018 ➔ PDF

Heike Schweitzer / Justus Haucap / Wolfgang Kerber / Robert Welker (2018): Modernisierung der Missbrauchsaufsicht für marktmächtige Unternehmen. Endbericht. Projekt im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Düsseldorf: DICE Consult, August 2018 ➔ PDF

Arne Heise (2018): Postkeynesianismus – Ein heterodoxer Ansatz auf der Suche nach einer Fundierung, Hamburg: Zentrum für Ökonomische und Soziologische Studien (ZÖSS), September 2018 ➔ PDF
»In diesem Beitrag geht es darum, den Postkeynesianismus als paradigmatische Alternative zum herrschenden neoklassischen Mainstream etwas näher kennenzulernen. Es zeigt sich sehr schnell, dass der Postkeynesianismus keine einheitliche Denkschule darstellt, sondern vielmehr eine Vielzahl von theoretischen Ansätzen darunter zu verstehen ist, die eine Reihe von methodologischen und epistemologischen Gemeinsamkeiten aufweist und die einige identitätsstiftende Postulate verbindet. Zum konkreten Nachvollzug dieser Postulate aus dem axiomatischen Kern des Postkeynesianismus wird dann darauf verzichtet, dass Kaleidoskop postkeynesinaischer Theorie mit kaleckianischer, kaldorianischer oder gar sraffianischer Grundlage aufzuzeigen, sondern es wird vielmehr nur ein Postkeynesianismus – die monetäre Theorie der Produktion – in seiner paradigmatischen und formalen Struktur beleuchtet und die darauf aufbauende Theorie der Marktteilnahme als alternative Theorie der Wirtschaftspolitik dargelegt.«

George Pagoulatos (2018): Greece: On a new „mission impossible“?, Athens: Friedrich-Ebert-Stiftung Athens Office, September 2018 ➔ PDF

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (2018): Demografischer Wandel und das Erwerbspersonenpotenzial von Frauen, in: Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, Heft 9/2018 ➔ PDF
Die Zahl der Erwerbspersonen in Deutschland ist seit der Jahrtausendwende deutlich gestiegen. Diese Zunahme ist maßgeblich auf eine höhere Anzahl weiblicher – und hier insbesondere älterer – Erwerbspersonen zurückzuführen. Im internationalen Vergleich liegt die Erwerbsquote von Frauen in Deutschland mittlerweile deutlich höher als in den meisten anderen EU- und Industrieländern, gleichzeitig ist jedoch die Zahl der wöchentlichen Arbeitsstunden vergleichsweise gering. Eine weitere Aktivierung des Erwerbspotenzials von Frauen bietet Wachstumschancen und kann die Effekte des demografischen Wandels abmildern.

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (2018): Gesundheitswirtschaft. Fakten & Zahlen, Ausgabe 2017. Ergebnisse der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung, Berlin, März 2018 ➔ PDF

Diskussion zur Geldordnung: Wie ist das Konzept des Vollgeldsystems zu beurteilen?, in: ifo Schnelldienst, Heft 16/2018 ➔ PDF
Nicht zuletzt aufgrund der kürzlich in der Schweiz abgelehnten Vollgeldinitiative wird das Thema Geldschöpfung privater Geschäftsbanken auch außerhalb der Fachwelt in einer breiteren Öffentlichkeit diskutiert. Welche Chancen böte der Systemwechsel zu einem Vollgeldsystem? Und mit welchen Risiken wäre solch ein drastischer Schritt verbunden?

Produktivität, Arbeit und Einkommen im Zeitalter der Digitalisierung, Bundestags-Drucksache 19/3916 vom 21.08.2018 ➔ PDF

Wie gerecht ist die Welt? – Soziale Ungleichheit und Wirtschaftswachstum, in: ifo Schnelldienst, Heft 15/2018 ➔ PDF
Seit einigen Jahren treten Fragen der Ungleichheit und Armut verstärkt in das Zentrum des Interesses der Wirtschaftswissenschaften. Hat die Ungleichverteilung von Einkommen und Vermögen zugenommen? Und ist dies nicht abträglich für den sozialen Zusammenhalt und behindert das Wirtschaftswachstum von Ländern und Regionen? Zudem wird die These vertreten, dass die Globalisierung in vielen Ländern Verlierer hervorbringt, die besonders stark dem rechten aber auch linken Populismus zuneigen. Auf einer wissenschaftlichen Tagung, die unter der Leitung von Dr. Wolfgang Quaisser in der Akademie für Politische Bildung Tutzing vom 6. bis 8 Juli 2018 stattfand, wurde diese Thematik mit Schwerpunkt Deutschland diskutiert. Einige der dort vorgestellten Vorträge werden hier veröffentlicht.

Martin Schebesta und Marius Goerge (2018): Digitale Plattformen in der Sozialen Marktwirtschaft. Brauchen wir einen neuen Ordnungsrahmen für digitalen Wettbewerb? Analysen & Argumente Nr. 312, St. Augustin/Berlin: Konrad-Adenauer-Stiftung, August 2018 ➔ PDF

Axel Troost (2018): Die Türkei in der strukturellen Krise, Berlin: Rosa-Luxemburg-Stiftung, August 2018 ➔ PDF

Rainald Ötsch und Axel Troost (2018): Chance vertan. Zehn Jahre Finanzkrise und Regulierung der Finanzmärkte – Eine Bilanz, Analysen Nr. 47, Berlin: Rosa-Luxemburg-Stiftung, August 2018 ➔ PDF

Wolfgang Schwarbauer et al. (2018): Roboter: Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sowie wirtschafts- und sozialpolitische Implikationen. Policy Note No. 24, Wien: EcoAustria – Institut fur Wirtschaftsforschung, August 2018 ➔ PDF

Jens Südekum (2018): Digitalisierung und die Zukunft der Arbeit: Was ist am Arbeitsmarkt passiert und wie soll die Wirtschaftspolitik reagieren? IZA Standpunkte Nr. 90, Bonn: IZA – Institute of Labor Economics, August 2018 ➔ PDF

Christoph Busch (2018): Verbraucherschutz in der Plattformökonomie, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2018 ➔ PDF

Claudius Gräbner and Birte Strunk (2018): Pluralism in economics: its critiques and their lessons. ICAE Working Paper Series – No. 82, Linz: Institute for Comprehensive Analysis of the Economy, August 2018 ➔ PDF

Jens Südekum (2018): Digitalisierung und die Zukunft der Arbeit. WPZ Analyse Nr. 19, 26.07.2018, St. Gallen, Wien: Wirtschaftspolitisches Zentrum der FGN-HSG der Universität St. Gallen, 2018 ➔ PDF

David Autor and Anna Salomons (2018): Is Automation Labor-Displacing? Productivity Growth, Employment, and the Labor Share, February 27, 2018,  ➔ PDF

Die Neuausrichtung der chinesischen Wirtschaft und ihre internationalen Folgen, in: Deutsche Bundesbank Monatsbericht Juli 2018, S. 41-59 ➔ PDF

Aus Politik und Zeitgeschichte, Heft 27/2018: D-MarkPDF
Am 20.6.1948 kamen in den drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands im Zuge der Währungsreform neue Geldscheine in Umlauf: Jeder Einwohner erhielt im Tausch gegen 40 Reichsmark 40 Deutsche Mark. Ladenbesitzer schmückten ihre Schaufenster tags darauf mit zuvor gehorteten Waren und vermittelten den Eindruck einer quasi über Nacht gewachsenen Vielfalt an Einkaufsmöglichkeiten. Die gefüllten Auslagen sind als „Schaufenstereffekt“ ins kollektive Gedächtnis eingegangen, und in der Meistererzählung der Bundesrepublik bildet die Währungsreform den Startschuss für das sogenannte Wirtschaftswunder. Dabei ist unter Historikern umstritten, ob der Wirtschaftsboom der 1950er Jahre tatsächlich so „wundersam“ war. Ungeachtet dessen steht die D-Mark für viele bis heute für Wohlstand.

Dominik Enste, Mara Grunewald und Louisa Kürten (2018): Vertrauenskultur als Wettbewerbsvorteil in digitalen Zeiten – Neue experimentelle und verhaltensökonomische Ergebnisse, in: IW-Trends, Heft 2/2018 ➔ PDF

Datenkapitalismus – eine ökonomische Betrachtung, in: Wirtschaftsdienst, Heft 7/2018 ➔ PDF
Im Datenkapitalismus sind neue Kommunikationsunternehmen entstanden, deren Angebot als „umsonst“ erscheint. Ihr Geschäftsmodell basiert darauf, dass die Nutzer (Kunden) ihre Daten preisgeben und dafür entweder ein nachgefragtes Gut (Kommunikation, Medien, Waren und Dienstleistungen) ohne oder für geringere monetäre Zahlungen erhalten. Wie die Unternehmen die Daten verwenden, wissen die Nutzer in der Regel nicht, auch der pekuniäre Wert ihrer Daten lässt sich nicht einfach ermitteln. Ganz wichtig sind also mehr Transparenz und Kontrolle. Die neue Datenschutz-Grundverordnung macht zwar Datenportabiliät möglich und unterstützt damit den Wettbewerb innerhalb der EU, sie lässt sich aber in der Praxis schwer wirksam umsetzen. Mit diesen Beiträgen: Innovation und Datenschutz – von datenbasierten Geschäftsmodellen und deren Chancen und Gefahren; Transparenz und Kontrolle in der Datenökonomie; Datenschutz 2.0 – ökonomische Auswirkungen von Datenportabilität im Zeitalter des Datenkapitalismus; Zur ungleichen ökonomischen Verteilung bei der Datennutzung oder: keine soziale Marktwirtschaft in der digitalen Welt!; Daten als Wettbewerbsfaktor; Datenkapitalismus akademischer Wissenschaftsverlage

Max Gallien (2018): Understanding informal economies in North Africa. From law and order to social justice, Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung, July 2018 ➔ PDF

Edlira Xhafa and Veasna Nuon (2018): The Future of ‘Ethical Production’ for Cambodia’s Garment and Footwear Industry: What Role for Trade Agreements with Labour Clauses? Singapore: Friedrich Ebert Stiftung Office for Regional Cooperation in Asia, May 2018 ➔ PDF

Claus Zanker (2018): Branchenanalyse Logistik. Der Logistiksektor zwischen Globalisierung, Industrie 4.0 und Online-Handel. Study der Hans-Böckler-Stiftung, Nr. 390, Düsseldorf, Juni 2018 ➔ PDF
Der Logistiksektor erfüllt eine zentrale Infrastrukturfunktion in einer arbeitsteiligen globalen Wirtschaft. Mit einem Marktvolumen von mehr als 198 Milliarden Euro und rund 1,34 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist er ein wichtiger Faktor für die Volkswirtschaft und den Arbeitsmarkt in Deutschland. Die Logistikbranche steht angesichts der Globalisierung der Wertschöpfung, neuer Produktionskonzepte, der Digitalisierung von Geschäfts- und Arbeitsprozessen und des starken Wachstums des E-Commerce vor neuen Anforderungen. Ziel der Studie ist es, einen Überblick über die wesentlichen Trends, Strukturmerkmale und Entwicklungen im Post-, Transport- und Logistiksektor zu geben und die wichtigsten Herausforderungen für Akteure der Mitbestimmung zu beschreiben.

Philipp Staab (2018): Finanzkapitalismus und Digitalwirtschaft: Eine Symbiose mit Sprengkraft, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, Juli 2018 ➔ PDF

Holger Balodis (2018): Legaler Betrug. Wie deutsche Lebensversicherer ihre Kunden hintergehen, 2018 ➔ PDF

Paul Hufe, Ravi Kanbur and Andreas Peichl (2018): Measuring Unfair Inequality: Reconciling Equality of Opportunity and Freedom from Poverty. CESifo Working Paper No. 7119, Munich 2018 ➔ PDF

Deutsche Bank Research (2018): PSD 2, Open Banking und der Wert personenbezogener Daten, Frankfurt am Main, 19. Juni 2018 ➔ PDF
Mit der neuen Zahlungsverkehrsrichtlinie („PSD 2“) der EU, die seit dem 13. Januar gültig ist, wird der Zahlungsverkehr in Europa zum Vorreiter des „Open Bankings“: Kontoinhaber dürfen kostenlos verfügen, dass die Bank ihre Finanzdaten in digitaler Form an Dritte weitergibt. Außerdem dürfen sie Drittanbieter beauftragen, Zahlungen auf ihrem Bankkonto auszulösen. Personenbezogene Daten gehören dem Datensubjekt – dieses Prinzip liegt auch der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zugrunde. Allerdings fehlt hier die Pflicht, dem Kunden eine einfache Übertragung seiner personenbezogenen Daten an Drittanbieter durch eine technische Lösung zu ermöglichen. Anders als die PSD 2 wird die DSGVO deshalb kaum die Innovation und den Wettbewerb im Zahlungsverkehr beleben. Dies führt im Finanzbereich zu Wettbewerbsverzerrungen: Banken müssen Wettbewerbern Zugang zu Kundendaten und zur Zahlungsinfrastruktur der Banken geben. Umgekehrt werden jedoch z.B. Internetplattformen de facto weiterhin die Hoheit über die personenbezogenen Daten ihrer Kunden sowie über den Zugang zu ihrer Plattform behalten.

Deutsche Bank Research (2018): Automation – not a job killer, Frankfurt am Main, 06.06.2018 ➔ PDF
About 250 years on from the first industrial revolution, we appear to be on the brink of a new age of automation, one dominated by complex robots and artificial intelligence. In this issue, we examine the impact of the next generation of automation on workers, industry, and society at large. Evidence from history, economics, and our industry analysts suggest that robots are more likely to complement us than replace us.

Deutsche Bank Research (2018): Digitale Wirtschaft. Wie künstliche Intelligenz und Robotik unsere Arbeit und unser Leben verändern, Frankfurt am Main, 22.05.2018 ➔ PDF

Mindestlohnkommission (2018): Zweiter Bericht zu den Auswirkungen des gesetzlichen Mindestlohns. Bericht der Mindestlohnkommission an die Bundesregierung nach § 9 Abs. 4 Mindestlohngesetz, Berlin 2018 ➔ PDF

Timo Daum (2018): Das Auto im digitalen Kapitalismus. Dieselskandal, Elektroantrieb, autonomes Fahren und die Zukunft der Mobilität, Berlin: Rosa-Luxemburg-Stiftung, 2018 ➔ PDF

Melanie Arntz, Terry Gregory und Ulrich Zierahn (2018): Digitalisierung und die Zukunft der Arbeit: Makroökonomische Auswirkungen auf Beschäftigung, Arbeitslosigkeit und Löhne von morgen, Mannheim: Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), April 2018 ➔ PDF

Anja Warning and Enzo Weber (2018): Digitalisation, hiring and personnel policy: evidence from a representative business survey. IAB-Discussion Paper 10/2018, Nürnberg ➔ PDF
„In unserem Papier untersuchen wir, wie sich Beschäftigung und Einstellungsprozesse im Zuge der Digitalisierung verändern. Dafür nutzen wir die IAB-Stellenerhebung, eine repräsentative Arbeitgeberbefragung, die im Jahr 2015 um Sonderfragen zum Stand der digitalen Entwicklung im jeweils befragten Betrieb erweitert wurde. Dies ermöglicht eine unmittelbare Verknüpfung zwischen den Themen Digitalisierung und Beschäftigung/Ein-stellungen. Wir unterscheiden zwischen drei Formen von Digitalisierung und erfassen sowohl die digitale Entwicklung in der Vergangenheit als auch die Erwartungen für die Zukunft. Die Regressionsanalysen zeigen, dass die Digitalisierung bereits spürbare Auswirkungen zeigt. Dies betrifft zum einen die quantitative Entwicklung von Einstellungen, Abgängen aus Beschäftigung, offenen Stellen und abgebrochenen Personalsuchprozessen. Zum anderen beobachten wir qualitative Veränderungen bei den Neueinstellungen, konkret bei den nachgefragten Bildungsabschlüssen, den besonderen erforderlichen Qualifikationen und besonderen Arbeitsbedingungen. Die Dauer der Rekrutierung wird ebenfalls durch den Stand der Digitalisierung beeinflusst, während sich die Löhne, die bei Neueinstellung vereinbart wurden, nicht verändern.“

Luigi Bonatti and Andrea Fracasso (2017): Addressing the Core-Periphery Imbalances in Europe: Resource Misallocation and Expansionary Fiscal Policies. EconPol Working Paper 6, Munich: ifo Institute, November 2017 ➔ PDF

Deutsche Bank Research (2018): Warum sollten wir Krypto-Euros nutzen? Digitales Bargeld von der Notenbank – die Sicht der Nutzer, Frankfurt am Main, 08.03.2018 ➔ PDF
Der Aufstieg von Bitcoin und anderen Kryptowährungen bei gleichzeitigem Rückgang der Barzahlungen bildet den Hintergrund für ein neues Konzept: digitales, von der Zentralbank ausgegebenes Bargeld. Die alte wissenschaftliche Debatte darüber, durch wen und auf welche Weise Geld geschöpft wird, lebt wieder auf. Doch wie sieht das aus der Perspektive der Nutzer aus? Warum sollten wir den Krypto-Euro verwenden? Digitales Bargeld würde in den Bereichen Bezahlen und Sparen mit Bankeinlagen, physischem Bargeld und privaten Kryptowährungen um die Gunst der Verbraucher konkurrieren.

Deutsche Bank Research (2018): Bitcoin. Meinungen, Mythen und Missverständnisse, Frankfurt am Main, 29. Januar 2018 ➔ PDF