Konzentration auf Kernkompetenzen und bloß keinen Gemischtwarenladen. Oder sind die etwa doch nicht so schlecht wie ihr Ruf?

2018 war ein Schicksalsjahr für das Unternehmen Thyssenkrupp. Der größte Arbeitgeber des Ruhrgebiets wurde von Finanzinvestoren als träger Industrietanker ­herab­gewürdigt und hat reagiert. Der Konzern hat sich für einen radikalen Neustart entschieden: Thyssenkrupp spaltet sich in zwei Hälften, die künftig unabhängig voneinander ihr Glück versuchen sollen, so Stefan Schulte in seinem Artikel Thyssenkrupp macht alles anders und spaltet sich selbst.

»Im Sommer vollendet Vorstandschef Heinrich Hiesinger, der den Dax-Konzern 2011 übernommen und durch seine schwerste Krise geführt hat, sein wichtigstes Projekt: die Stahlfusion mit Tata. Beider Stahlsparten sollen in Europa künftig zusammen um ihre Zukunft kämpfen. Thyssenkrupp zählt den Stahl nicht mehr zu seinem Kerngeschäft, schält damit seine Keimzelle aus dem Konzern heraus. Mittelfristig soll der neue Stahlriese Thyssenkrupp Tata Steel eigenständig an die Börse gehen, die Essener wollen dann weitere Anteile loswerden.«

Die Stahlehe mit dem indischen Konkurrenten gilt als Schlüssel für einen lange von den Großinvestoren eingeforderten Strategiewechsel. Der neue Vorstandsvorsitzende »Kerkhoff will den Stahlhandel, die Stahl-Beteiligung am Joint Venture mit Tata und die Marine in einem Werkstoffunternehmen namens Thyssenkrupp Materials bündeln; die Geschäfte mit Aufzügen, Autoteilen und dem Industrieanlagenbau in einem zweiten namens Thyssenkrupp Industrials … Getrennt, so die Hoffnung, sollen sie schlagkräftiger werden.«

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Zwischen Hoffen und Bangen. Drei Konjunkturprognosen für 2019 und unterschiedliche Schlussfolgerungen

Drei Wirtschaftsinstitute haben ihre Analysen für 2019 vorgestellt – und kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Das ist zum einen nicht verwunderlich, denn Prognosen sind bekanntlich vor allem dann unsicher, wenn sie die Zukunft betreffen. Aber immer wieder wird dennoch die Frage gestellt, wie das sein kann. Vor allem, wenn die Diagnose in vielen Punkten übereinstimmt: »Wenn man Gustav Horns Analysen zur deutschen Wirtschaftsentwicklung 2019 lauscht, beschleicht einen das Gefühl: „Das habe ich doch schon einmal gehört.“ In der Tat ähneln die Erörterungen des Direktors des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) zur am Donnerstag vorgestellten Konjunkturprognose in vielen Punkten den Einschätzungen anderer Institute. Es ist mehr als ungewöhnlich, dass das gewerkschaftsnahe IMK mit seinen Einschätzungen so nah am unabhängigen Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und am arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) liegt. Auch Horn sieht im angelaufenen Jahr „hohe Risiken und Unsicherheiten“ auf die deutsche Wirtschaft zukommen – vor allem durch die Unwägbarkeiten bei der Ausgestaltung des EU-Austritts Großbritanniens (Brexit) und den Handelskonflikt zwischen der EU und den USA. Genau wie DIW und IW.« Das kann man diesem Artikel entnehmen: Das Problem mit den Prognosen.

Also sollte man erwarten, dass die Vorhersagen das gerade angebrochene neuen Jahr betreffend übereinstimmen werden. Aber: »Trotz ähnlicher Prämissen kommen jedoch alle Institute auf unterschiedliche Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft. Das IW rechnet 2019 mit nur 1,2 Prozent Steigerung, während das DIW mit 1,6 Prozent, das IMK sogar mit 1,7 Prozent rechnet.«

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20 Jahre Gemeinschaftswährung Euro: Zwischen Himmel und Hölle

Wieso denn 20 Jahre Euro? Für die meisten Menschen begann das Leben des Euro mit dem Jahreswechsel 2002. Da bekamen wir alle die neuen Geldscheine in die Hand gedrückt, die einen mehr, die anderen weniger. Aber die eigentliche Geburtsstunde der Gemeinschaftswährung war der 1. Januar 1999. Und auch diesen Moment müssen einige als Geburtsstunde verstanden haben, zumindest in der Bankenmetropole Frankfurt am Main: »31. Dezember 1998. Mitten in der Frankfurter Innenstadt haben sich Tausende zu einer Silvesterparty versammelt. Sie alle warten auf diesen einen Moment. „Drei, zwei eins. Der Euro ist da, der Euro ist da.“ Als Bargeld gibt es den Euro noch nicht, aber als sogenanntes Buchgeld.« Davon berichtet Victor Gojdka in seinem Beitrag „Ein riesiges ökonomisches Experiment“. An den Börsen notieren die Kurse ab jetzt in Euro – und auch die Banken rechnen intern nun in der Gemeinschaftswährung.

»Doch bald schon weicht die Freude. Der Kurs des Euro zum Dollar sinkt. Von 1,17 US-Dollar, geht es nach unten. Die Währung: Weich wie eine Matte, sagen manche. Schnell fällt der Euro unter einen Dollar … Dann greifen die Notenbanken ein – mit Stützungskäufen.«

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