Von monopsonistischer Drückerei der Lieferanten über Markenhersteller bis hin zu einer existenziellen Bedrohung für Edeka und andere

In jeder Einführung in die Volkswirtschaftslehre werden sie behandelt – die Marktformen. Da lernt man dann das von den Lehrbuch-Ökonomen so geliebte Polypol kennen, das gemeinsam mit dem Idealbild eines vollkommenen Marktes als Referenzmodell dient, um die Segnungen der Märkte und des Wettbewerbs auszumalen. Für nicht wenige, die darüber an die Materie herangeführt werden, ist es dann durchaus irritierend, dass die Anforderungen, die erfüllt sein müssen, damit man von einem vollkommenen Markt sprechen kann, derart weit weg sind von der Realität, dass man irgendwie so gut wie kein praktisches Beispiel findet, dass die Voraussetzungen erfüllt. Und eine vergleichbare Erfahrung muss man dann auch beim Polypol machen, sollte man die Frage nach Beispielen aus der real existierenden Wirtschaftswelt zu stellen wagen.

Man lernt dann sehr schnell, dass sich die allermeisten Unternehmen in der Marktform des Angebotsoligopols bewegen, einige auch im Angebotsmonopol. Aber es gibt auch noch zahlreiche Sonderformen und einige davon haben aus Sicht der betroffenen Unternehmen gravierende Folgen. Nehmen wir als Beispiel das Monopson, also das Nachfragemonopol. Hier stehen viele kleine (also gemessen an ihrer Marktstärke) Anbieter einem marktstarken Nachfrager gegenüber. Man ahnt schon, dass das für die eine Seite überaus unangenehm werden kann, in diesem Fall für die Anbieter (während im Angebotsmonopol die Nachfrage- und damit die Verbraucherseite im Regelfall in die Röhre schaut, was dann die zahlreichen Aktivitäten der Wettbewerbspolitik legitimiert, die sich gegen die Ausnutzung der monopolistischen Marktmacht zu wenden versuchen). 

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Alles in Ordnung. Oder doch nicht? IWF und Weltbank warnen vor einer neuen Krise und an den Börsen wird man unruhig

Erst vor kurzem konnte man sich nicht retten vor Berichten, die den 15. September 2018 als Anlass genommen haben, zehn Jahre Finanzkrise zu thematisieren, die eigentlich schon Monate vorher ausgebrochen war, aber – die Menschen brauchen Symbole – gerne verbunden wird mit der Insolvenz von Lehman Brothers am 15. 09.2008 und dem Auszug der ehemaligen Masters of Universe mit Pappkartons unter dem Arm aus dem Firmensitz an der Wall Street.

Und immer wieder wurde betont, dass die Krise überwunden sei, gerade in den USA, dort auch durch ein beherztes Handeln der Politik und der Fed. Außerdem sei die Welt heute viel sicherer, weil man die Banken und die ominösen Finanzmärkte aber so richtig reguliert habe. Na gut, da gab es auch immer wieder diese Kritikaster, die darauf hinweisen, dass die Mega-Blase an über den Globus schwappenden Geldes heute größer sei als vor dem Platzen der letzten Blase und dass zwar die Banken reguliert, manche sagen sogar überreguliert worden seien, dafür heute viel mehr in der Schattenwelt der Schattenbanken stattfinden würde (vgl. dazu beispielsweise Das unheimliche Wachstum der Schattenbanken oder 45’000 Milliarden Dollar in den Händen von Schattenbanken). 

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Der „Nobelpreis“ für Wirtschaftswissenschaften und ein politisches Signal über den großen Teich

Same procedure as every year. Am Ende des Nobelpreisreigens im Oktober eines jeden Jahres werden die oder der Preisträger in der Kategorie Wirtschaftswissenschaften verkündet. Man kann dabei von zwei relativ stabilen Koordinaten ausgehen: Mit größter Sicherheit wird es sich um Ökonomen aus den USA handeln (vgl. dazu Weiß, männlich, Amerikaner – das reicht fast immer aus) und meistens sind die Arbeiten, für die es die Auszeichnung gibt, schon ziemlich angestaubt. Hin und wieder wird das angereichert um eine explizit politische Note, die man mit der konkreten Preisvergabe zu setzen versucht. Alle drei Komponenten können wir bei der diesjährigen Auswahl bestätigen.

Nobelpreis für Wirtschaft geht an William Nordhaus und Paul Romer, so ist eine der ersten Meldungen dazu überschrieben. »Sie werden damit für ihre Forschungen zu Klimawandel und technischen Innovationen geehrt … Die beiden US-Ökonomen beschäftigen sich mit der Frage, welche ökonomischen Auswirkungen Klimawandel und technische Innovationen haben.« Und weiter: »Sie hätten Modelle konstruiert, „die erklären, wie die Marktwirtschaft mit Natur und Wissen interagiert“, begründete die Akademie die Vergabe. Ihre Forschung habe erheblich zu einem besseren Verständnis von nachhaltigem Wirtschaftswachstum im Zusammenhang mit Klimawandel und technischem Fortschritt beigetragen.«

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